Nachhaltigkeit

Für diese Generation – und die nächste

Neben der Qualitätssicherung ist das Thema Nachhaltigkeit einer unserer Arbeitsschwerpunkte. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie die Milchwirtschaft in Schleswig-Holstein sich weiterentwickeln kann, um ökologisch wie ökonomisch noch nachhaltiger zu arbeiten. Dabei geht es sowohl um Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft, als auch um die weitere Verbesserung des Tierwohls sowie die intelligente Nutzung natürlicher Ressourcen.

Gerade im Berufsbild Landwirt spielen darüber hinaus soziale Komponenten eine wichtige Rolle. Die Arbeit stellt hohe Anforderungen – zeitlich, familiär, organisatorisch.

Für unsere Mitglieder und uns sind diese Komplexe keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Deswegen verschreiben wir uns dem Thema Nachhaltigkeit mit Leidenschaft und Ausdauer – für eine erfolgreiche Zukunft der Milchwirtschaft.

Status-quo-Analyse

Fragen und Antworten zur Nachhaltigkeit der Milcherzeugung in Schleswig-Holstein

Die Analyse wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft gemeinsam mit dem Genossenschaftsverband e. V. und der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein e. V. durchgeführt. Der Nachhaltigkeitsfragebogen wurde von Herbst 2014 bis Frühjahr 2015 an alle Milcherzeuger versandt, bei denen ein QM-Audit anstand. Die Ergebnisse der Studie basieren auf den Antworten von 573 Milchviehbetrieben. Die in der Stichprobe enthaltenen Betriebe bilden die Gesamtheit der schleswig-holsteinischen Milchviehbetriebe in Bezug auf die regionale Verteilung und die Größe der Kuhbestände sehr gut ab.

Die Status-quo-Analyse (PDF) kannst du hier herunterladen.

Übrigens: Aus dem Nachhaltigkeitsmodul 2.0 wird uns in Kürze im Januar 2021 eine Folgestudie vorliegen!

Nachhaltigkeits­modul Milch

Eine bundesweite Initiative der deutschen Milchwirtschaft.

Das Nachhaltigkeitsmodul Milch basiert auf unterschiedlichen wissenschaftlichen Erhebungen. Sein Ziel ist es, herauszufinden, was eine nachhaltige Milcherzeugung eigentlich ausmacht, nach welchen Kriterien sich diese bewerten lässt und wie deutsche Milchbauern aktuell aufgestellt sind.

34 Meiereien und ihre Landwirte beteiligen sich bisher an der Initiative. Allein 11 davon stammen aus Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse helfen den Meiereien, indem sie eine Vergleichbarkeit rund ums Thema Nachhaltigkeit schaffen.

Mehr zum Nachhaltigkeitsmodul Milch erfährst du hier.

Vier junge Landwirte, vier wichtige Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit

An diesen Beispielen wollen wir zeigen, welche Zusammenhänge die moderne Milchwirtschaft bewegen. Sie alle stammen aus der »Status-quo-Analyse ausgewählter Nachhaltigkeitsaspekte der Milcherzeugung in Schleswig-Holstein« – eine umfassende wissenschaftliche Befragung, deren Antworten auch in das aktuell bundesweit angebotene »Nachhaltigkeitsmodul Milch« eingeflossen sind.

Porträt von Maike

»In unserem Betrieb hat jeder zwei bis vier Wochen Urlaub im Jahr«

Jan-Hinnerk aus Struxdorf zum Thema »Soziales«
Hof-Life-Balance

Ein Hof ist mehr als ein Vollzeit-Job. Felder und Tiere erfordern Betreuung an 365 Tagen im Jahr. Soziale Nachhaltigkeit ist daher bei den Betrieben, die überwiegend in Familienhand sind, ein wichtiges Thema. Nur mit glücklichen Mitarbeitern, die faire Bedingungen und gute Löhne genießen, lässt sich der Fortbestand der Höfe sichern.

Säule der Gesellschaft

Gleichzeitig zeigt die »Status-quo-Analyse«, dass Schleswig-Holsteins Milcherzeugerfamilien zu großen Teilen ehrenamtlich engagiert sind. So investieren 72 % der Befragten im Schnitt 9,3 Stunden pro Monat im Interesse gesellschaftlicher Belange.

Porträt von Maike

»Jetzt muss ich die richtigen Entscheidungen treffen und vorausschauend die Weichen stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.«

Maike aus Börm zum Thema »Ökonomie«
Im Zusammenhang

Die Ökonomie eines Betriebes ist eng mit den anderen Nachhaltigkeitsaspekten – Ökologie, Tierwohl und Soziales – verbunden. Ein Hof muss rentabel sein. Gleichzeitig kann er nur dauerhaft am Markt bestehen, wenn unsere Landwirte nachhaltig mit den Ressourcen Natur, Tier und Mitarbeiter umgehen. Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Herdengröße und Zukunftsperspektive: Je größer die Milchviehherde, desto optimistischer blicken die befragten Milcherzeuger in die Zukunft. Von den Betrieben mit mehr als 125 Tieren sind sich 57 % sicher, in zehn Jahren auch noch Milch zu erzeugen. Bei Höfen mit weniger als 45 Kühen sind es gerade einmal 7 %.

Investieren in die Zukunft

Wer in die Erhaltung und den Ausbau seines Betriebes investiert, der tut dies mit Blick auf die Zukunft. Daher ist es ein gutes Indiz, dass 88 % unserer Landwirte in den letzten fünf Jahren in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Höfe investiert haben. Bei den Betrieben mit mehr als 65 Kühen sind es gar mehr als 94 %.

Porträt von Birka

»Auf das Wohlbefinden unserer Kühe und Kälber zu achten, haben wir fest im Herdenmanagement verankert.«

Birka aus Tetenhusen zum Thema »Tierwohl«
Glückliche Tiere, gute Milch

Nur wenn die tiereigenen Bedürfnisse der Kühe berücksichtigt werden, bleiben diese lange gesund. Die »Status-quo-Analyse ausgewählter Nachhaltigkeitsaspekte der Milcherzeugung in SH« hat daher auch gefragt, warum Kühe aus dem Betrieb ausscheiden. Zu den Top-Gründen zählen Unfruchtbarkeit, Erkrankungen und geringe Leistung.

Im Sinne der Nachhaltigkeit liegt der Fokus künftig darauf, zu schauen, wie alt die Tiere im Schnitt beim Abgang aus dem Betrieb sind. So lassen sich Maßnahmen ableiten, um die Lebensdauer und -qualität der Tiere weiter zu erhöhen.

Porträt von Henrik

»Wir versuchen das, was die Natur gibt, möglichst optimal zu nutzen und ihr im Gegenzug das in richtigem Maße zu geben, was sie braucht.«

Henrik aus Herzhorn zum Thema »Ökologie«
Merkmale der Kulturlandschaft

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen sichert das Fortbestehen der Milchwirtschaft und zeigt sich beispielsweise am Thema Knicks. Sie prägen die schleswig-holsteinische Kulturlandschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Fast jeder befragte Hof verfügt auf seinem Land über Knicks – und pflegt diese regelmäßig und unentgeltlich. Gleichzeitig haben die befragten Betriebe die Knickflächen in den letzten Jahren ausgebaut.